75 Jahre Ingold Baumkultur.
Auf gutem Boden gewachsen
Seit 75 Jahren entwickelt sich die Ingold Baumschulen AG stetig weiter. Aus den Anfängen im Weissenried zwischen Bützberg und Herzogenbuchsee ist einer der bedeutendsten Baumschulbetriebe der Schweiz entstanden – mit klarer Ausrichtung auf Qualität, Innovation und die grünen Städte von morgen.
Text: PR / pj / Fotos: zvg
Datum: 7. September 2026
Wer heute einen Baum pflanzt, denkt in Jahrzehnten. Bis ein Alleebaum seine volle Wirkung entfaltet, vergehen oft viele Jahre. Genau dieses langfristige Denken prägt auch die Ingold Baumschulen AG. Was 1951 auf sieben Hektaren Land seinen Anfang nahm, ist heute ein moderner Produktionsbetrieb mit rund 65 Hektaren Kulturfläche und 33 Mitarbeitenden inklusive Lernender. Der Hauptsitz befindet sich im Weiler Weissenried zwischen Bützberg und Herzogenbuchsee auf dem Gemeindegebiet von Bützberg-Thunstetten. Mit der Übernahme des Standorts Neuendorf vor rund zwei Jahren ist das Familienunternehmen weiter gewachsen und zählt heute schweizweit zu den führenden Produzenten von Heckenpflanzen, Alleebäumen, Nadelgehölzen, Laubgehölzen und Stauden.
Trotz dieser Entwicklung ist eines über drei Generationen hinweg gleich geblieben: der Wille, sich frühzeitig auf neue Gegebenheiten einzustellen. «Der Betrieb funktioniert heute nicht grundlegend anders als zu meines Vaters Zeiten. Er ist gewachsen und wir haben ihn stetig den Gegebenheiten und Möglichkeiten angepasst», sagt Seniorchef Urs Ingold.
Diese Haltung reicht bis zu den Anfängen zurück. Gründer Hans Ingold erkannte früh, dass sich mit einem Bauernbetrieb mit sieben Hektaren Land keine Familie ernähren liess. Er baute deshalb zusätzlich eine Forstpflanzenproduktion auf und reagierte später erneut auf veränderte Marktbedingungen, indem er den Betrieb konsequent auf Ziergehölze ausrichtete. Sein Erfindergeist prägt das Unternehmen bis heute. Bereits damals entwickelte er gemeinsam mit dem Dorfschmied Spezialmaschinen, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und die Produktivität zu steigern.
Tradition trifft Technologie
Auch heute versteht sich die Ingold Baumschulen AG als innovativer Produktionsbetrieb. Modernste GPS- und RTK-Technologie unterstützt das Pflanzen und Pflegen der Kulturen. Automatisierte Prozesse sorgen für effiziente Arbeitsabläufe und übernehmen insbesondere körperlich belastende Tätigkeiten, sodass sich die Mitarbeitenden auf anspruchsvolle Arbeiten konzentrieren können. Gleichzeitig ermöglichen sie einen möglichst ressourcenschonenden Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Wasser. Dennoch bleibt die Baumschule ein Handwerksbetrieb. Viele Arbeitsschritte verlangen nach wie vor Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Pflanzenkenntnis. «Das Zusammenspiel von Handwerk und Technologie macht unseren Betrieb aus. Nur weil wir konsequent investieren und uns weiterentwickeln, können wir auch gegenüber ausländischen Mitbewerbern erfolgreich in der Schweiz produzieren», sagt Inhaber und Geschäftsführer Christof Ingold.
Ein zentrales Thema der vergangenen Jahre war die Schaffung einer Intensivlandwirtschaftszone am Standort Weissenried. Sie bildet heute die Grundlage für die Weiterentwicklung des Betriebs. Hallen, Gewächshäuser und der Ausbau der Topfkulturen können dadurch direkt am Produktionsstandort realisiert werden. Gleichzeitig bleibt die Suche nach zusätzlicher Kulturfläche eine Herausforderung. «Wir könnten durchaus weiterwachsen. Die grösste Hürde besteht heute darin, genügend geeignete Flächen zu finden», erklärt Christof Ingold.
Die Zukunft wächst heute
Mit Blick auf den Klimawandel gewinnt die Arbeit der Baumschule zusätzlich an Bedeutung. Immer häufiger stehen Städte vor der Aufgabe, Hitzeinseln zu entschärfen und klimaresistente Grünräume zu schaffen. Gerade Alleebäume übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Die Ingold Baumschulen AG produziert deshalb bereits heute Baumarten, die den klimatischen Bedingungen der Zukunft besser standhalten könnten. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den Bedürfnissen des Marktes und beobachtet gleichzeitig aufmerksam die Entwicklungen in südlicheren Regionen Europas. Durch den Standort Neuendorf beliefert der Betrieb unter anderem die Stadt Zürich und verfügt heute über den grössten Alleebaum-Produktionsbetrieb der Schweiz.
Nachhaltigkeit zeigt sich aber nicht nur im Sortiment, sondern auch im Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Wasserversorgung stützt sich auf drei voneinander unabhängige Systeme: ein reaktiviertes Pumpwerk, einen eigenen Grundwasserbrunnen in Herzogenbuchsee sowie einen rund 12’000 Kubikmeter fassenden Speichersee, der Oberflächen- und Rücklaufwasser sammelt. Damit ist der Betrieb vollständig unabhängig von der öffentlichen Wasserversorgung und geht gleichzeitig möglichst haushälterisch mit der wertvollen Ressource Wasser um.
Rund 80 Prozent der Pflanzen stammen aus eigener Produktion, ergänzt wird das Sortiment durch gezielt zugekaufte Handelsware. Beliefert werden vor allem Gartenbauer, aber auch öffentliche Auftraggeber, andere Baumschulen und weitere Kundinnen und Kunden in der ganzen Schweiz. Nach 75 Jahren ist die Ingold Baumschulen AG damit nicht nur tief in der Region verwurzelt, sondern gestaltet mit ihren Pflanzen und ihrem Know-how auch die grünen Lebensräume von morgen.
Schlagworte: Ingold Baumkultur