Porzi-Areal-Community – Ducksch Anliker.

Industrieräume werden zu Schulraum

Die HPS Oberaargau erweitert ihren Schulraum mit der Auslagerung der Werkstufe ins Porzi-Areal. Ducksch Anliker zeigt sich für die Umbauten verantwortlich. Für Planungsleiterin Martina Heuscher war schnell klar, dass die Schule hervorragend zum Charakter des ehemaligen Industrieareals passt. Eine Umgestaltung der Dachterrasse ergänzt die Arbeiten und bietet dem ganzen Areal einen besonderen Mehrwert.

Groß (P-2026-391 Ducksch-Anliker Fotoproduktion HPS-web-1)

Text: PR / zvg / Fotos: zvg
Datum: 11. September 2026

Raum für Bildung schaffen – Industriecharme erhalten

Architektonisch verfolgte das Planungsteam ein klares Ziel: Die Geschichte des Gebäudes soll weiterhin sichtbar bleiben, gleichzeitig aber den Anforderungen eines modernen Schulbetriebs gerecht werden. Das Gebäude gilt gemäss Zonenplan als erhaltenswert. Die Arbeiten wurden deshalb eng mit der Denkmalpflege abgestimmt, damit der ursprüngliche Charakter erhalten bleibt. Gemeinsam mit der Heilpädagogischen Schule wurde ein Grundriss entwickelt, der konsequent auf die Bedürfnisse des Schulalltags ausgerichtet ist. «Es war spannend und hat grossen Spass gemacht, die Anforderungen der Schule Schritt für Schritt in die Planung zu integrieren», sagt Martina Heuscher.

Durchdachtes Farbkonzept

Besonderes Augenmerk galt auch der Gestaltung der Innenräume. Ein Farb- und Materialkonzept unterstützt die Orientierung im Gebäude und schafft gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre. Unterschiedliche Türfarben kennzeichnen die verschiedenen Nutzungsbereiche – grüne Türen führen beispielsweise zu den Werkklassen und vermitteln Ruhe, blaue markieren die Nassbereiche. Für die Ausarbeitung des Konzepts wurde zusätzlich eine Innenarchitektin beigezogen.

Neue Dachterrasse

Ein besonderes Highlight entsteht auf dem Flachdach des Gebäudes. Dort wird eine grosszügige Dachterrasse als zusätzlicher Aussenraum realisiert. Ein Teil der Fläche wird von einer begrünten Pergola beschattet und bietet Platz für Begegnung und Aufenthalt. Daneben entsteht ein vielseitig nutzbarer Spiel- und Bewegungsbereich. Ein rund drei Meter hoher, begrünter Maschendrahtzaun sorgt für Sicherheit. Kletterpflanzen und kleine Bäume bieten nach und nach Sichtschutz. Eine automatische Bewässerungsanlage unterstützt die Begrünung auch während der Sommermonate. So entsteht ein neuer Mehrwert für das gesamte Areal: Ausserhalb der Schulzeiten kann die Terrasse nach Absprache auch von anderen Mieterinnen und Mietern genutzt werden.


Die HPS wächst

Mit dem Einzug der Heilpädagogischen Schule Oberaargau erhält das Porzi-Areal eine neue, besondere Nutzung. Während die Schulleitung den pädagogischen Mehrwert des neuen Standorts hervorhebt, zeigt sich aus Sicht der Architekt:innen, wie aus einem Industriegebäude ein moderner Lernort entstehen konnte – ohne seine Geschichte zu verlieren.

Am bisherigen Standort der Heilpädagogischen Schule Oberaargau an der Schorenstrasse wird der Platz zunehmend knapp. Die Schule muss sich vergrössern. Ein Baugesuch für die Aufstockung an der Schorenstrasse wurde eingereicht und ist in Bearbeitung. Eine Machbarkeitsstudie zeigte jedoch, dass auch die Aufstockung den längerfristigen Raumbedarf nicht ausreichend abdecken würde. Für Gesamtleiter Dieter Grenacher und die Verantwortlichen der Schule war dies der Moment für einen grundsätzlichen Marschhalt: Statt nur am bestehenden Standort weiterzubauen, sollten verschiedene Möglichkeiten geprüft werden.

Alles unter einem Dach – oder Auslagerung?

Es begann die Suche nach geeigneten Flächen. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr gehörte dabei zu den zentralen Kriterien. Gleichzeitig stellte sich die Frage, ob an einem neuen Standort eine umfassendere Lösung gefunden werden könnte oder ob einzelne Bereiche der Schule ausgelagert werden sollten. Die regulären Volksschulklassen, die Therapieräume und die Schulküchen sind im Alltag eng miteinander verbunden und sollten deshalb weiterhin unter einem Dach bleiben. Anders die Werkstufe: Sie bildet den Übergang zwischen der obligatorischen Schulzeit und dem späteren Berufs- und Erwachsenenleben. Die Jugendlichen werden in dieser Phase intensiv begleitet und darauf vorbereitet, nach dem Schulabschluss mit etwa 17 oder 18 Jahren eine passende Anschlusslösung zu finden.

Pädagogischer Mehrwert

Der Wechsel in neue Räumlichkeiten ist dabei nicht nur organisatorisch sinnvoll. Er besitzt auch eine pädagogische Qualität: Die Jugendlichen verlassen ihre vertraute schulische Umgebung, lernen, sich an einem neuen Ort zurechtzufinden und erleben ganz konkret, dass eine Veränderung bevorsteht.

Ideale Lösung

Mit dem Porzi-Areal fand die Heilpädagogische Schule einen Standort, der diese unterschiedlichen Anforderungen miteinander verbindet. «Die benötigten Flächen waren vorhanden, die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr gewährleistet, und auch das besondere Umfeld des Areals passte zur Idee eines bewussten Übergangs», erklärt Schulleiter Dieter Grenacher. Aus einer zunächst offenen Suche wuchs in enger Zusammenarbeit eine Lösung, die sowohl räumlich als auch pädagogisch überzeugt.

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