Nachruf Hermann «Mäni» Rieder
«Ein Geschäftsmann mit viel Empathie»
Geboren am 6. November 1940, verstorben am 24. Juni 2026.
Text: Für den FC Langenthal – Hans Mathys, Elzweg 12 E, 4900 Langenthal
Datum: 5. Juli 2026
«Mäni» Rieder war ein eleganter, technisch hochbegabter Offensiv-Spieler, der mit seinen Körpertäuschungen so manchen Gegenspieler «vernaschte». Rieder fiel immer für seine subtile Ballbehandlung auf. In bester Erinnerung geblieben sind dabei die Aufstiegsspiele zur damaligen Nationalliga B Ende der Saison 1958/59, als der FC Langenthal daheim gegen den FC Moutier 3:2 gewann und dann mit dem denkwürdigen 2:0-Auswärtssieg in Moutier den viel bejubelten Aufstieg schaffte. Speziell: Beide Partien des FCL gegen Moutier wurden vom damaligen Spitzen-Schiedsrichter Gottfried «Godi» Dienst geleitet. Trainer beim FC Langenthal war damals Albert Wirsching. Eckpfeiler beim FCL waren neben den «Balsiger Giele» (Willy, Walter und Otto Balsiger) Torhüter Robert Steffen sowie Hermann Rieder, Marcel Guyaz und Toni Gerber. Wer erinnert sich nicht an Spielertrainer Wirsching, der den agilen Toni Gerber jeweils mit den Zurufen «Johnny geh» lancierte.
Dass «Mäni» Rieder ein fussballerisches Juwel war, stellten auch die Verantwortlichen des BSC Young Boys fest. Sie verpflichteten den Langenthaler, der dann in der Saison 1960/61 in der damaligen Nationalliga A fünf Spiele (404 Minuten) und in der Saison 1961/62 sechs Spiele (540 Minuten) bestritt. Damaliger YB-Trainer war der legendäre Albert Sing, der von 1951 bis 1963 für YB-Höhenflüge sorgte. Höhepunkt für Hermann Rieder war die einmonatige Reise mit YB nach Südostasien. Abflug mit einer DC-6 der Swissair in Zürich-Kloten war am 28. Januar 1961. Diese teils recht abenteuerliche Reise war die Belohnung für vier YB-Meistertitel in Serie. Auf dieser Asien-Tournee bestritt YB insgesamt 13 Testspiele. So beispielsweise am 4. Februar 1961, wo Hermann Rieder gegen Malaysia (damals Malaya) in der 23. Minute den 1:1-Ausgleich beim 4:2-Sieg erzielte. Siege gelangen YB auch gegen Ceylon (heute Sri Lanka, 5:2), Singapur (2:1 und 4:1) sowie Südvietnam (1:0). Das YB-Tor hütete damals Walter Eich. Eugen «Geni» Meier war Top-Torschütze – wie auch sein Stürmer-Kollege Tony Allemann, der in der Schweizer Nationalmannschaft spielte.
«Mäni» Rieder war polysportiv. In der wärmeren Jahreszeit spielte er Fussball, im Winter dann beim SC Langenthal Eishockey. Dies taten zugleich Toni («Johnny») Gerber und Marcel Guyaz. Rieder gehörte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den prägnantesten Spielern des SCL. Rieder und Gerber bildeten zusammen mit Spielertrainer Heinz Schranz den «Wundersturm». Hermann Rieder war 1963 nach einer dreijährigen Eishockey-Pause zum SC Langenthal zurückgekehrt.
Hermann Rieder hat seine kaufmännische Lehre bei der Berner Allgemeinen Versicherung gemacht. Mäni hatte danach eine Anstellung bei der Porzellanfabrik Langenthal und bei der Sema Betongaragen, bevor er zur Haus und Herd AG wechselte. Er gründete 1979 seine Immobilien-Firma, die er dann 2013 seinem Sohn Beat übergab. Wegbegleiter bezeichnen Mäni Rieder als «flotten und erfolgreichen Geschäftsmann mit viel Empathie». Am 11.11.1994, dem Tag der Fasnachtseröffnung, lernte er seine künftige Frau Marthi kennen. Beide heirateten sechs Jahre später, am 11.11.2000. Ja, ja, der 11.11. hat es in sich: Fasnachtseröffnung. Marthi war Hermann Rieders zweite Ehefrau. Aus seiner ersten Ehe mit Anna entsprang ihr Sohn Beat.
Als «Mäni» Rieder dann, inzwischen über 80-jährig, gesundheitlich zunehmend angeschlagen war, siedelte er von der Dorfgasse 71 in Langenthal ins Alterszentrum Haslibrunnen, wo er am 24. Juni 2026 friedlich einschlafen konnte.
Für den FC Langenthal – Hans Mathys, Elzweg 12 E, 4900 Langenthal
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