Stadtchronist
Märit-Tradition in der Marktgasse
Besonders der monatliche Markt war bei Handwerkern und Käufern sehr beliebt. Historische Bilder zeigen die Bedeutung dieses Marktplatzes, unter anderem für Seiler Hans Kuert, dessen Familienbetrieb heute noch besteht.
Text: Stadtchronist Daniel Gaberell
Datum: 14. September 2025
Wie der Name sagt, wurden in der Markgasse seit dem 17. Jahrhundert an einem Dienstag Waren angeboten. Bevor die grossen Warenhäuser entstanden, war der Markt der zentrale Einkaufsort der Langenthaler. Auf einem Plakat von 1930 ist zu lesen, dass es jeden Montag einen Kälbermarkt, jeden Dienstag den Eier- und Gemüsemarkt, monatlich einen Warenmarkt und dreimal jährlich einen Schlachtviehmarkt gab – wobei die Viehmärkte bei der Markthalle stattfanden.
Wie auf den hier vorliegenden Bildern aus den 1950er-Jahren zu sehen ist, war besonders der grosse Markt, der jeden Monat stattfand, sowohl bei Handwerkern als auch bei Käuferinnen und Käufern sehr beliebt. Beispielsweise bei Hans Kuert, er war Seiler in Langenthal und verkaufte seine Seile an Industriebetriebe, das Militär und auch vor dem Choufhüsi. Kuert hatte seine Werkstatt an der Allmengasse und produzierte Naturseile in verschiedenen Ausführungen. Beim Flechten längerer Seile musste er von der Allmengasse bis in die Melchnaustrasse rückwärtslaufen. Die Kuert Seilerei produziert heute in dritter beziehungsweise bereits in vierter Generation an der Gaswerkstrasse vor allem Draht- und Faserseile.
Der Gemüse- und Lebensmittelmarkt findet heute sogar zweimal pro Woche statt: dienstags und samstags (im Winter weniger). Der Monatsmarkt wird hingegen nur noch dreimal jährlich abgehalten; dafür sind weitere Märkte hinzugekommen.
Fotos: Markus Gaberell / zvg
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Schlagworte: Historisches, Marktgasse, Märkte, Obere Marktgasse, historisch