Vida Flores – Langenthal & Roggwil

Mit den «Blumenfrauen» durchs Feld

Selber pflücken statt kaufen: Zwischen Geissberg-Friedhof und Haslibrunnen wächst in Langenthal ein Blumenfeld, das zum Verweilen – und Mitmachen – einlädt.

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Text: Patrick Jordi / PR / Fotos: zvg
Datum: 5. Juni 2026

Die «Blumenfrauen von Langenthal»; Bettina Springer in der Mitte.

Ein milder Frühlingsmorgen. Erste Blüten öffnen sich, dazwischen summt es, Menschen bleiben stehen. Bettina Springer ist mittendrin – zusammen mit ihren «Blumenfrauen». Neben ihr arbeiten zwei Frauen stundenweise auf dem Feld, alle drei packen gemeinsam an, schneiden, jäten, pflanzen. «Freude an Blumen und keine Scheu vor schmutzigen Händen – viel mehr braucht es nicht», weiss Bettina. Weitere Interessierte dürfen sich bei ihr melden.

Das Prinzip ist einfach: Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist das Feld offen, gepflückt wird selbst. Wer vorbeikommt, stellt sich seinen Strauss direkt vor Ort zusammen – frischer geht es kaum. Gerade diese Unmittelbarkeit macht den Reiz aus. «Die Leute freuen sich richtig», sagt Bettina. «Das spürt man sofort.» Seit Frühling 2025 bewirtschaftet sie das zentral gelegene Feld – eine Besonderheit mitten im städtischen Alltag. Spaziergänger, Familien oder auch Gruppen vom Haslibrunnen kommen vorbei. Das Feld ist Begegnungsort, Farbtupfer und Rückzugsraum zugleich.

Geschäftsfrau mit «Bauern-Gen»

Bettina ist ausgebildete Agronomin, arbeitet Teilzeit im Büro – und trägt, wie sie sagt, «ein Bauern-Gen» in sich. Ihr Vater ist Biologe; schon als Kind war sie viel draussen, lernte Zusammenhänge in der Natur kennen und verstehen. «Das hat mich geprägt.» Der Wunsch nach einem eigenen landwirtschaftlichen Projekt blieb – mit den Blumen hat er eine Form gefunden. Unter dem Namen Vida Flores betreibt sie auch ein zweites Selbstpflückfeld in Roggwil. Insgesamt wachsen auf den Feldern rund vierzig verschiedene Blumenarten. Doch nie alle gleichzeitig: Die Saison entwickelt sich laufend, von den ersten Frühlingsblumen bis in den Herbst. «Es ist anspruchsvoll, immer ein Angebot zu haben», sagt Bettina. «Aber genau das macht es spannend.» Angebaut wird regional, saisonal und biologisch – ohne Herbizide und Insektizide, dafür mit viel Handarbeit und Erfahrung. Ein Teil der Setzlinge entsteht vor Ort, anderes wird zugekauft. Dass dabei auch mal ein Unkraut stehen bleibt, gehört dazu. Gleichzeitig steckt hinter dem Blumenfeld viel Engagement – vom Pflanzen über die Pflege bis zur Ernte. Dass das Angebot bestehen kann, hängt auch davon ab, dass die gepflückten Blumen ehrlich bezahlt werden.

Im Juni beginnt das Feld sichtbar aufzublühen. Noch ist nicht alles in voller Pracht – aber die Vielfalt zeichnet sich ab. Oder wie Bettina sagt: «Man darf sich freuen auf einen blumigen Sommer.»


Workshops auf dem Blumenfeld

Blumen pflücken und binden unter Anleitung: Im Sommer 2026 finden wieder Workshops auf dem Feld in Roggwil statt (Leitung: Nicole Keller, Natur + Kunst).

Daten: 10. Juli, 27. August, 19. September 2026
Dauer: jeweils rund zweieinhalb Stunden
Kosten: CHF 85.– inkl. Material und Snack
Anmeldung: nickeller00@hotmail.com

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