Porzi-Areal – Ducksch Anliker

Ofenhalle – Halbzeit eines Experiments

Seit Herbst 2024 läuft im Herzen des Porzi-Areals ein aussergewöhnlicher Prozess: Die historische Ofenhalle wird auf ihr Potenzial für die Zukunft getestet – offen, partizipativ und experimentell. Nach rund einem Jahr ist klar: Das Interesse ist gross, die Richtung noch offen. Zeit für eine Halbzeit-Bilanz.

Ofenhalle Reserve Kopie

Text: Patrick Jordi, PR / Fotos: zvg
Datum: 22. Dezember 2025

Diese acht Dinge solltest du zur Halbzeit wissen:

1. Die Ofenhalle ist das Herz des Porzi-Areals

Mit ihrer einmaligen Architektur steht die denkmalgeschützte, von Hector Egger erbaute Ofenhalle wie kaum ein anderes Gebäude für die industrielle Geschichte Langenthals. Hier wurde früher Porzellan gebrannt – heute geht es um neue Ideen. Ducksch Anliker als Eigentümerin sieht in der Halle das identitätsstiftende Zentrum des Areals und möchte sie langfristig einer öffentlichen Nutzung zuführen.

2. Der Prozess läuft von 2024 bis 2026

Im Herbst 2024 startete das zweijährige Projekt Erlebnisort Ofenhalle Langenthal. Ziel ist es, herauszufinden, welche Nutzung sich auf Dauer trägt, wer den Betrieb übernehmen könnte und was es dafür braucht. Der Prozess wird durch die Neue Regionalpolitik des Bundes (NRP) unterstützt und von einer breit abgestützten Begleitgruppe koordiniert und diskutiert. Träger ist der Verein Zukunft Ofenhalle.

3. Es wird ausprobiert statt theoretisiert

Herzstück des Projekts ist der Ansatz «Test on Site»: Unterschiedliche Anlässe liefern reale Erkenntnisse. Seit Beginn fanden mehrere Dutzend Nutzungen statt – vom Firmenjubiläum über das Chorkonzert und den Vorfasnachtsball bis zum Daydance, vom Glatte Märit, über die Design-Preis-Verleihung bis zur Gartenoper Langenthal, die als Auftaktveranstaltung im Sommer 2024 Furore machte. Auch Fotoshootings, Filmproduktionen und kreative Pop-ups nutzen den besonderen Hallencharme.

4. Grosse Nachfrage – begrenzte Kapazitäten

Durchschnittlich zwei bis drei Veranstaltungen pro Monat; bis zu 600 Gäste pro Anlass: die Testphase wird rege genutzt. Das Echo aus Bevölkerung, Nachbarschaft und von Veranstaltern ist positiv. Noch länger ist allerdings die Liste der Anfragen, die wegen Terminüberschneidungen, begrenzter Grundinfrastruktur oder fehlender Platzverhältnisse nicht umgesetzt werden konnten. Auch das gehört zu einem solchen Prozess.

5. Drei Säulen bilden das Fundament

Neben den Praxis-Tests untersucht die Begleitgruppe vergleichbare Schweizer Beispiele – etwa das Attisholz-Areal, den Bernapark Deisswil, The Valley in Kemptthal oder die Vidmarhallen in Bern-Liebefeld. Ziel ist, aus erfolgreichen Modellen zu lernen. Die dritte Säule bildet die öffentliche Teilhabe: Im Frühjahr 2026 folgt eine Online-Umfrage, um Meinungen und Ideen aus der Bevölkerung breit abzuholen (vgl. Infobox). Ergänzend dazu wird ein öffentlicher Infoanlass stattfinden.

6. Eine «grüne Wiese» der Ideen

Der Prozess ist bewusst ergebnisoffen angelegt. Die Beteiligten wollen herausfinden, was tatsächlich machbar und vor allem gefragt ist – ob Event-, Begegnungs-, Werk- oder Kulturhalle, ob Co-Working-Ort, Sportnutzung oder multifunktionale Mischung. Noch steht alles zur Diskussion. Am Ende der Testphase im Herbst 2026 fasst die Begleitgruppe ihre Erkenntnisse zuhanden der Eigentümerin in einem Fazit mit Empfehlungen zusammen.

7. Viel Engagement, überschaubare Mittel

Das Gesamtbudget des Projekts beträgt rund 150’000 Franken. Finanziert wird es mittels eines NRP-Beitrags, durch die Grundeigentümerin Ducksch Anliker und durch ehrenamtliche Leistungen des Vereins Zukunft Ofenhalle. Dieser fungiert als Projektgefäss, die Begleitgruppe mit Fachleuten aus Architektur, Kultur, Regionalentwicklung und Gesellschaft arbeitet unentgeltlich. Alle Mitglieder der Begleitgruppe weisen einen engen Bezug zur Region oder zur Fragestellung auf.

8. Gewinn für Stadt und Region

Die Ofenhalle ist keine Konkurrenz zu bestehenden Eventlokalen. Sie ist vielmehr eine Ergänzung – mit neuen Formaten und Zielgruppen. «Im besten Fall entsteht etwas Einzigartiges, das auch auswärtige Besucherinnen und Besucher nach Langenthal lockt», sagt Gian Kämpf, CEO von Ducksch Anliker. Von der zusätzlichen Belebung sollen nicht nur die Eventbranche und das Porzi-Areal, sondern auch Gastronomie, Hotellerie und Detailhandel profitieren. Der Ort, an dem einst Porzellan gebrannt wurde, wird so zum Katalysator für neue Impulse in Langenthal und im Oberaargau.


Mitreden erwünscht

Im Frühjahr 2026 startet eine Online-Umfrage, bei der Bevölkerung und Interessierte ihre Ideen und Wünsche zur zukünftigen Nutzung der Ofenhalle einbringen können. Begleitend dazu findet ein öffentlicher Informationsanlass statt. Mehr Infos zu gegebener Zeit unter: www.porzi-areal.ch

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