BurgerBühni im OldCapitol.
Vom Wettbewerb zur Talentbühne
Schon seit geraumer Zeit unterstützt die Burgergemeinde Langenthal den Kulturverein OldCapitol (OC). Als «Gegenleistung» erhalten die Burger das Lokal viermal pro Jahr, um die BurgerBühni durchzuführen. Nach erfolgreichem Abschluss eines ersten, auf fünf Jahre beschränkten Leistungsvertrages wird das Konzept nun angepasst. Statt eines Wettbewerbs soll die Plattform vielfältiger genutzt und als Talentbühne zum Sprungbrett für lokale Künstlerinnen und Künstler werden.
Text: PR / rb, pj / Fotos: zvg
Datum: 1. September 2026
Die Burgergemeinde Langenthal ist vielen als Land- und Waldbesitzerin ein Begriff. Der beliebte Hirschpark auf dem Hinterberg gehört dabei unter anderem zum Bestand der Burger. Dieses Land überlassen sie dem Verschönerungsverein Langenthal seit jeher gratis zur Nutzung des Tierparks, der seit über 100 Jahren zu Langenthal gehört.
Die Burgergemeinde setzt neben Naturförderprojekten aber noch weitere Schwerpunkte für Langenthal. Ihr ist die Unterstützung und Förderung kulturellen Schaffens genauso wichtig wie die Pflege der Natur. Der Kulturverein OldCapitol, der das alte Kino an der Spitalgasse in ein Event- und Kulturlokal umgebaut hat, geniesst die und profitiert seit Längerem von der finanziellen Unterstützung der Burgergemeinde. So sagt Stefan Schärer, Betriebsleiter des OldCapitols: «Ohne die Unterstützung der Burger wäre der Betrieb des Lokals in dieser Form nicht möglich. Ungleich schwieriger wäre auch die Verpflichtung von national oder gar international bekannten Acts oder die Förderung von noch unbekannten Talenten. Dafür sind wir der Burgergemeinde sehr dankbar.»
Bewährtes Format weiterentwickeln
Genau diese Förderung will die Burgergemeinde nun noch weiter ausbauen. Bereits im Jahr 2022 wurde von ihr – gemeinsam mit dem OC – das Format BurgerBühni ins Leben gerufen. Während drei Abenden durften sich jeweils vier Talente dem Publikum und einer Jury präsentieren. Die jeweiligen Gewinner des Abends trafen sich zu einer finalen Show, wo der Sieger des Jahres gekürt wurde. Rund 80 Auftritte konnten so in fünf Jahren bestaunt werden. Die Auftritte der Künstlerinnen und Künstler blieben zudem nicht unbeachtet – auf den ersten grossen Auftritt auf der Bühne des OldCapitols folgten nicht selten verschiedene weitere Bookings. Hervorzuheben ist in dieser Hinsicht beispielsweise die Mundart-Rockband Bernadette, welche sich einen Auftritt im Berner Bierhübeli erspielt hat.
Dieses Konzept funktionierte gut, und die von der Burgergemeinde finanzierten Abende erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. «Trotzdem wurden auch Schwierigkeiten aufgedeckt», sagt Andreas Geiser, für das Projekt zuständige Burgerratsmitglied. «Eine Tanzgruppe, die einen dreiminütigen Tanz präsentiert, kann schwer mit einer Musikgruppe, die einen halbstündigen Auftritt hinlegt, verglichen werden.» Und eine Musikband ziehe das Publikum unter Umständen schneller und effektvoller in ihren Bann als beispielsweise ein Spoken-Word-Artist – was die Beurteilung möglicherweise verfälschen könne.
Auch kürzere Auftritte sollen Platz finden
Dementsprechend wird das Format heuer zum letzten Mal als Wettbewerb durchgeführt. Um den Kultur-Nachwuchs noch mehr zu fördern, greift ab 2027 ein neues Konzept: Die BurgerBühni wandelt sich vom Wettbewerb zur Show. Die Mindestauftrittsdauer von 30 Minuten wird aufgegeben, neu sollen auch kürzere Auftritte ihren Platz auf der Bühne finden. Dadurch soll das kulturinteressierte Publikum neue Stile zu sehen bekommen: Ob Zauberkünstler oder Line-Dance-Gruppe – sobald ein Bezug zu Langenthal oder zur Region besteht, ist die Teilnahme an der BurgerBühni möglich. Dadurch erhoffen sich die Burger und das OldCapitol, noch mehr Talenten eine Plattform zu bieten. Die Teilnahme steht dabei allen Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern offen, das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Wobei Andreas Geiser betont: «Nachwuchs bezieht sich bewusst nicht aufs Alter, sondern auf die Bühnenerfahrung. Nach oben gibt es keine Einschränkung.» Alles, was es zur Teilnahme braucht, ist etwas Mut; Lokal, Technik und Marketing werden vom OldCapitol und von der Burgergemeinde übernommen.
Für die letzten beiden Ausgaben des Wettbewerbs 2026 (am 5. September findet die dritte Live-Show statt, am 21. November schliesslich das Finale) erhoffen sich Geiser und Schärer ein ausgebuchtes OldCapitol. Für die neuen Shows im Jahr 2027 steht den interessierten Künstlerinnen und Künstlern bereits die Möglichkeit offen, sich zu bewerben. Um sich ein Bild eines möglichen Auftritts machen zu können, benötigen die Verantwortlichen lediglich ein Video von einem früheren Auftritt. «Gesucht werden bis zu 16 Acts. Und hierbei gilt: First come, first served», so Stefan Schärer. Wer fürs kommende Jahr noch nicht zum Zug komme, werde auf die Liste für das übernächste Jahr genommen.
Schlagworte: BurgerBühni