36. Jazz-Tage Langenthal.
Wo der Jazz in allen Facetten schillert
Wenn erste Nebelschwaden den Herbst ankünden, wehen Jazzflaggen im Stadtzentrum. Die Jazz-Tage Langenthal verwandeln das katholische Kirchgemeindehaus vom 13. bis 25. Oktober wieder in eine internationale Musikbühne. Unter dem Dach des Jazz präsentiert Stargast und Bandleader Pepe Lienhard Glanzpunkte aus seiner «Celebration Tour».
Text: Brigitte Meier, PR, Fotos: zvg
Datum: 30. September 2026
Breites musikalisches Spektrum
Seit 36 Jahren begeistern die Jazz-Tage Langenthal im Oktober mit einer attraktiven Mischung an hochstehenden Livekonzerten in stilvoller Ambiente. An der Sponsoren- und Medieninformation im Kino Scala werden die Bands mit eingespielten Videosequenzen vorgestellt. OK-Präsidentin Claudia Frangi betont, dass ohne die grosse Unterstützung der Sponsoren ein solcher Event nicht realisierbar wäre. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Langenthaler Jazz-Tage ist neben der musikalischen Qualität die Stilvielfalt und Offenheit der Macher für Neues und Unkonventionelles. «Wir wollen weiterhin auch junge Menschen ansprechen, ohne den traditionellen Jazz zu vernachlässigen», erklärt die OK-Präsidentin. Neben aufstrebenden Künstlern werden Musikgrössen mit renommierten Namen engagiert, wie Pepe Lienhard, der am 23. März 2026 seinen 80. Geburtstag feiern konnte. Der Schweizer Bandleader blickt auf eine aussergewöhnliche Karriere mit internationalen Stars wie Frank Sinatra, Whitney Houston und Udo Jürgens zurück. Bis heute ist die Begeisterungsfähigkeit von Pepe Lienhard ungebrochen.
Ein Leben für die Musik
It’s Swing-Time: «One, two; one, two three, four…» Pepe Lienhard gastiert mit seinen erstklassigen Musikern am Jazzfestival Langenthal und zelebriert die Highlights seines Jubiläumsprogramms in klassischer Big-Band-Besetzung zusammen mit einer Sängerin und zwei Sängern. Musikalische Perlen aus über 60 Jahren Bühnenerfahrung reihen sich im swingenden Sound, mitreissenden Melodien und Klassikern wie «Swiss Lady» oder einem Medley aus «Spiel mir das Lied vom Tod» aneinander.
Am letztjährigen Jazzfestival spielte Pepe Lienhard in der Horn Section der beiden Shows zu Ehren der «Greatest Soul Divas». «Anschliessend sassen wir noch lange zusammen und Pepe schwärmte von Langenthal und den Jazz-Tagen. Dies inspirierte uns für die diesjährigen Konzerte», freut sich die OK-Präsidentin. Übrigens sorgte Pepe Lienhard bereits 2001 mit der Swiss Army Big Band für einen Höhepunkt an den Langenthaler Jazztagen.
Alter Jazz in neuen Klangfarben
Lanciert werden die Jazz-Tage am 13. Oktober von der renommierten Barrelhouse Jazzband, eine der international erfolgreichsten Formationen des traditionellen Jazz. Seit 1953 verbindet Deutschlands älteste Jazzband die filigrane Eleganz der kreolischen Musik mit Hot Jazz – lebendig, mitreissend und stets am Puls der Zeit.
In dem typischen Barrelhouse-Sound mit Trompete, Posaune und zwei Holzbläsern in der Frontlinie vermischen sich traditioneller Jazz und Swing mit dem New Orleans Revival. Daraus entstehen melancholische Balladen, mitreissender Shuffle und authentischer Blues. In der Besetzung mit sechs Musikern sticht die Lady am Kontrabass heraus: Lindy Huppertsberg gefällt mit swingendem Spiel, spezieller Slaptechnik und bluesbetonter Phrasierung.
Als special guest steht Caroline Mhlanga mit auf der Bühne. Mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme und ihrem kräftigen Soultimbre zieht sie das Publikum schnell in ihren Bann, sowohl in powervollen Songs als auch in gefühlvollen Balladen. Aufgewachsen in einer musikalisch geprägten Familie, verwurzelt in der reichen musikalischen Tradition Südafrikas, wurde sie früh mit Gospel, Blues und Jazz vertraut. Wenn Caroline Mhlanga mit der Barrelhouse Jazzband auftritt, entsteht eine gemeinsame Klangwelt zwischen Tradition und Gegenwart: «Let The Good Times Roll».
Carte blanche für Thomas Aeschbacher
Ein Konzerterlebnis voller Klangfarben mit Langenthaler Musikern und überraschenden Gästen erwartet das Publikum mit der Band FLAesch feat. Pudi Lehmann & Trio Aeschbacher Langenthal, Nina Dimitri und Madlaina Küng. Eingeladen von Thomas Aeschbacher, dem das OK mit einer Carte blanche ermöglicht hat, ein grenzüberschreitendes Konzerterlebnis zu gestalten. Schon sein Urgrossonkel spielte das Langnauerli. Heute gilt Thomas Aeschbacher als einer der wichtigsten Schwyzerörgeler seiner Generation und wurde 2023 mit dem Goldenen Violinschlüssel geehrt. Er lernte das Örgelen von seinem Vater Werner, dessen Trio ebenfalls auf der Bühne steht.
FLAesch ist ein Wortspiel aus den Nachnamen des Trios: Flück, Leuenberger und Aeschbacher. Die drei Oberaargauer Thomas Aeschbacher (Schwyzerörgeli, Cajun), Christoph Flück (E-Bass, Violine) und Urs Leuenberger (Gitarre, Saxofon) spielen zeitgenössische und experimentelle Volksmusik.
Spielfreude und Improvisation, beschwingt und ohne Scheuklappen verbinden die Künstlerinnen und Künstler Gesang, Poesie und musikalische Raffinesse zu einem ebenso berührenden wie unterhaltsamen Programm. Pudi Lehmann, klassisch ausgebildeter Musiker, ist ein Tausendsassa an Klangschalen, Gongs, Trommeln und Perkussionen aller Art. Er spielte mit seinem Jugendfreund und Klarinettist Tinu Heiniger Trompete in einer Dixie-Band und begleitete Marco Zappa als Sideman. Mit der jungen, vielseitigen Appenzeller Kontrabassistin Madlaina Küng und der bekannten Sängerin, Schauspielerin und Gitarristin Nina Dimitri stehen zwei geniale Musikerinnen auf der Bühne. Leichtfüssig, tiefgründig, virtuos – mit feinem Gespür für Zwischentöne.
Performance mit Pep und Passion
Als fulminanten Abschluss, auch für die jüngere Generation, bezeichnet Claudia Frangi den Auftritt von Larissa Baumann. Ein erfrischender Wind aus der Schweizer Soul- und Blues-Szene: Larissa Baumann begeistert das Publikum mit ihrer natürlichen, energiegeladenen Bühnenpräsenz und ihrer souligen warmen Stimme. Innovation und ein leidenschaftliches Charisma zeichnen die Künstlerin aus. Mit ihrer professionellen Band rund um den angesehen Musiker Angelo Signore (keys) und Schwester Mitcho Baumann als Backgroundsängerin, bewegt sich Larissa Baumann gekonnt in einem groovigen Mix aus Soul-Jazz, Blues, Funk und Rock’n’Roll. 2024 brachte sie «Showtime heraus», welches als bestes Blues Album ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später gewann die Ostschweizerin den prestigeträchtigen Blues Music Award «Artist of the year».
Text Brigitte Meier, PR / Fotos zvg
Infos: Jazz Tage Langenthal
Clubbestuhlung: Der Konzertsaal bietet 200 Gästen Platz und ist rollstuhlgängig. Die Tische sind nummeriert mit vier frei wählbaren Sitzplätzen. Ein wichtiges Thema ist der Brandschutz und das gesamte Jazzhaus ist komplett feuerfrei. «Wir verzichten auf Kerzen, haben jedoch ein anderes, hübsches Accessoire für die Tischdekoration gefunden», erklärt Claudia Frangi.
Gastronomie: Von Gästen und Künstlern gleichermassen geschätzt wird die Bar als Treffpunkt und die vorzügliche Gastronomie. Kulinarisch verwöhnt werden Gäste vom bewährten Wälchli-Feste-Team. Getränke und Snacks sind vor und während den Konzerten erhältlich. Ein Tisch für das Dinner vor Konzertbeginn kann direkt bei Wälchli Feste reserviert werden (Telefon: 062 922 56 73 / E-Mail: info@waelchlifeste.ch).
Vorverkauf: Tickets sind exklusiv im Reisebüro Kuoni an der Bahnhofstrasse 3 in Langenthal erhältlich und können gegen Barzahlung oder mit Twint direkt bei Kuoni abgeholt werden. Telefon: 058 702 62 62 oder E-Mail: langenthal.k@kuoni-reisen.ch
Abendkasse: Je nach Vorverkaufsstand. Bezahlung mit Twint möglich.
Das Jazz-Film-Matinee beginnt jeweils um 10 Uhr am Sonntagmorgen. Am 18. und 25. Oktober wird im Kino Scala Langenthal «Whiplash gezeigt». Das Musikdrama erzählt von einem jungen Schlagzeuger, seinem grossen Traum und seinem unnachgiebigen Mentor.
Auf der Bühne – da wo sein Herz schlägt
Pepe Lienhard gründete bereits in der Schule eine Band unter dem Namen «The College Stompers». Das Jurastudium brach er 1969 ab und gründete ein Profi-Sextett, mit dem er zahlreiche Schallplatten aufnahm. Ihr erster Erfolg war Sheila Baby. 1977 nahm die Gruppe (mit dem Alphornvirtuosen Mostafa Kafa’i Azimi) mit dem Titel «Swiss Lady» (Musik und Text: Peter Reber) für die Schweiz am Grand Prix Eurovision teil und erreichte Platz 6. Von 1995 bis 2011 leitete er die Swiss Army Big Band. 1980 gründete Pepe Lienhard eine Big Band, das Pepe Lienhard Orchester, mit dem er unter anderem mit Sammy Davis jr. und Frank Sinatra auftrat und begleitete Udo Jürgens mit seinem Orchester während 37 Jahren auf all seinen Tourneen.
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