merkur gruppe

Wo Inhalte veredelt werden

Wer in Langenthal «merkur» hört, denkt an Medien, Drucksachen und Zeitungen. Was viele jedoch nicht wissen: An der Gaswerkstrasse im nördlichen Industriegebiet ist in den letzten Jahren ein veritabler Produktionshub entstanden – ein Ort, an dem Print, Technologie und Verantwortung zusammenfinden.

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Text: Patrick Jordi, PR / Fotos: zvg
Datum: 1. Mai 2026

Von Vorstufe bis Spedition. merkur stellt den Kunden ein «Sorglospaket» zur Verfügung. Im Bild: Prepress Operator Pascal Flück.
Auch in der Ausbildung ist merkur aktiv. Im Bild eine angehende Drucktechnologin.

Wer auf der Gaswerkstrasse oder via Steinackerweg ins nördliche Industriegebiet von Langenthal einfährt, sucht den Namen merkur zunächst vergeblich. Kein grosser Schriftzug, kein repräsentatives Empfangsgebäude weist den Weg. Stattdessen liegt der Betrieb etwas versteckt, direkt an der Bahnlinie Bern–Zürich, eingeklemmt zwischen den Werkhallen von Hector Egger Holzbau, Kuert Seilerei und der Fritz Born AG. Genau hier, in dieser verwinkelten Ecke der Stadt, laufen Tag für Tag komplexe Produktionsprozesse, die weit über die Region hinauswirken.

Dass Langenthal heute der zentrale Druck- und Produktionsstandort der merkur gruppe ist, hat viel mit den Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit zu tun. In mehreren Schritten wurden andere Betriebe und Standorte integriert: Druckkapazitäten aus Lyss und Villmergen wurden nach Langenthal verlagert, später folgten die Druckbereiche der ZT Medien AG sowie der SWS Medien AG. Heute ist Langenthal der Produktionsstandort der ganzen Gruppe – ein bewusst gesetzter Fokus, der den Standort nachhaltig gestärkt und Know-how gezielt gebündelt hat.

Für Martin Hegglin, Leiter Verkauf und Marketing, ist diese Konzentration ein klares Bekenntnis zum Oberaargau. «Langenthal ist für uns nicht einfach ein Ort, an dem produziert wird. Hier ist das Wissen gebündelt, hier sind die Wege kurz, hier funktionieren die Abläufe.» Rund 175 Mitarbeitende sind für merkur tätig, der weitaus grösste Teil davon direkt in Langenthal. Damit gehört das Unternehmen zu den wichtigen Arbeitgeberinnen der Region und zu einem prägenden Teil des lokalen Wirtschaftsmotors.

Pragmatisches Handeln und Du-Kultur

Produziert wird werktags in mehreren Schichten. Auf den Hauptdruckmaschinen läuft der Betrieb im Drei-Schicht-Modell, die Weiterverarbeitung ist zweischichtig organisiert. Die Produktionsplanung ist darauf ausgerichtet, Aufträge effizient, termingerecht und mit hoher Auslastung umzusetzen – bei Bedarf mit zusätzlichen Schichten und flexiblen Einsatzmodellen. Diese Bereitschaft trägt eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, flache Hierarchien und Mitverantwortung setzt. Vom Lernenden bis zur Geschäftsleitung sind alle per Du, die Bürotüren stehen offen, Entscheidungen werden pragmatisch gefällt.

Gleichzeitig hat sich merkur inhaltlich stark weiterentwickelt. Zwar bleibt der Druck das Herzstück, doch längst versteht sich das Unternehmen auch als Technologiebetrieb. Moderne Digital- und Inkjet-Systeme ermöglichen individualisierte Produkte, bei denen unter Umständen jeder einzelne Druckbogen anders sein kann. Damit das funktioniert, braucht es umfangreiche Vorleistungen: Datenaufbereitung, Prozessverständnis, Vorstufe und Beratung sind zentrale Kompetenzen geworden. «Gut drucken können heute praktisch alle», sagt Martin Hegglin. «Die Technik ist extrem zuverlässig geworden. Der Unterschied entsteht nicht bei der Maschine, sondern beim Service, bei der Kommunikation, bei der Verlässlichkeit – und besonders bei den Menschen, die den Prozess begleiten.»

Auch die Rolle von Print wird bei merkur bewusst und differenziert betrachtet. «Print ist tot? Diese Frage hören wir immer mal wieder», sagt Martin Hegglin. «Unsere Antwort ist klar: Nein. Print hat nach wie vor eine sehr hohe Berechtigung.» Gedruckte Medien eignen sich besonders dort, wo es um Einordnung, Hintergründe und Glaubwürdigkeit geht. Sie werden bewusster konsumiert, bleiben länger präsent und entfalten gerade in einer schnelllebigen und digitalisierten Medienwelt ihre Wirkung. Entsprechend vielfältig ist die Auftragsstruktur: merkur gestaltet und produziert unter vielem anderem Zeitungsprodukte, Mitglieder- und Firmenmagazine sowie klassische Werbemittel für Industriekunden, Medienhäuser, Organisationen und Unternehmen aus der ganzen Schweiz – viele davon auch aus Langenthal und dem Oberaargau.

Ein zentraler Pfeiler der Unternehmensphilosophie ist die Nachhaltigkeit. Ökologisch gesehen zählt merkur schweizweit zu den Vorreiterinnen. Produziert wird mit hundert Prozent erneuerbarem Strom, ohne VOC-haltige Chemikalien, mit zertifizierten Papieren und ressourcenschonenden Verfahren. Diese Ausrichtung ist fest in den Produktionsprozessen verankert und fliesst in Investitionsentscheide, Materialwahl und tägliche Abläufe ein.

Fokus auf Berufsbildung

Ebenso wichtig ist die soziale Verantwortung. Die tiefe Fluktuation zeigt, dass viele Mitarbeitende dem Unternehmen über Jahre und Jahrzehnte treu bleiben. merkur richtet sich konsequent nach dem Gesamtarbeitsvertrag der grafischen Branche aus, bietet eine sehr solide Pensionskasse, attraktive Löhne und zusätzliche Benefits. Aktuell werden zehn Lernende in grafischen Berufen ausgebildet – ein bewusstes Engagement in einer Branche, die – wie andere auch – vom Fachkräftemangel betroffen ist. Die Ausbildung eröffnet jungen Menschen vielfältige Perspektiven, von IT und Grafik bis zu Kommunikation und Prozessverständnis.

Wie ernst es merkur mit sozialem Engagement ist, zeigt sich auch ausserhalb des Betriebs. Im vergangenen Jahr leisteten Mitarbeitende während bezahlter Arbeitszeit rund hundert Stunden Einsatz auf dem Lebenshof Hashüsli im nahegelegenen Walterswil im oberen Langetental. Statt Kundengeschenke zu verteilen, wurde mitangepackt – in der Tierpflege, bei Unterhaltsarbeiten, direkt vor Ort. Ein soziales Engagement, das fortgesetzt werden soll und auch intern viel positive Resonanz ausgelöst hat.

Getragen wird diese Haltung von den beiden Inhabern Thomas Schärer und Marco Husistein. Als Partner leiten sie merkur langfristig und wertebasiert. Das Unternehmen ist inhabergeführt und keinem Aktionariat verpflichtet, das kurzfristige Gewinne abschöpft. Diese Struktur ermöglicht Investitionen in Mitarbeitende, Technologie und den Standort Langenthal – mit einem klaren Fokus auf Stabilität, Qualität und Kontinuität.

Engagieren sich aus Überzeugung für ein nachhaltiges Unternehmen: die Partner Marco Husistein (links) und Thomas Schärer.

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